Persönliche Beiträge
...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland
Blinde Gier
Leserbrief
Blinde Gier
Betr. “Klimaforscher warnen vor
nahen Kipppunkten“ „Die Zeit“ 11.2.2026
Ein internationales Forscherteam um die bedeutenden Klimaforscher Prof. Schellnhuber und dem Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung Johan Rockström haben in dem Fachjournal „One Earth“ am 11. Februar 2026 eine Studie veröffentlicht mit der Aussage, dass die Erderwärmung schneller voranschreitet als voraus gesagt und wir mit dem Erreichen von Kipppunkten auf eine „Heißzeit“ zusteuern, damit ein Klimageschehen auslösen, das nicht mehr zu beeinflussen ist und Teile der Erde unbewohnbar macht.
Doch, als gäbe es keinen Klimawandel, als gäbe es kein Morgen, missachtet die Politik diese den Menschen fundamental bedrohende Entwicklung und hält weiterhin, getrieben von einer unersättlichen Gier nach Energie und Rohstoffen am Wachstumsdogma fest, ist blind gegenüber den Folgen, die damit verbunden sind: Die Erde erwärmt sich dramatisch, die Biodiversität ist weltweit bedroht. Menschen werden ausgebeutet, in Kriegen um Rohstoffe getötet, gezwungen ihr Land zu verlassen, dazu eine unglaublich große soziale Ungerechtigkeit und eine steigende Zahl von Reichen und Superreichen, die mit ihrem Lebensstil eines exzessiven Konsums auf Kosten anderer Menschen leben und die Klimakrise eskalieren lassen (vgl. Studie Oxfam, Oktober 2025).
Und das alles für einen „Wohlstand“, der letztlich Menschen in eine Lebenssituation führt, in der es irgendwann schlichtweg nur ums bloße Überleben geht. Wie absurd!!!
Dabei gibt es Wirtschaftsformen, in deren Mittelpunkt nicht die Profitmaximierung steht, sondern Menschenwürde, Solidarität oder ökologische Nachhaltigkeit, wie in der Postwachstumsökonomie oder in der Gemeinwohlökonomie.
Und die Klimabilanz Deutschlands der Jahre 2022 -2025 zeigt den zu gehenden Weg, CO-2 Emissionen wirkungsvoll zu vermindern. Die von Deutschland festgelegten Klimaziele wurden in diesen Jahren letztlich dadurch erreicht, dass weniger konsumiert und produziert wurde.
Unsere Gesellschaft braucht eine „Ethik des Genug“, eine bejahende Grundhaltung einfacheren Lebensstilen mit weniger Konsum (Suffizienz) gegenüber, verbunden mit dem Bewusstsein, dass wir damit unsere Lebensgrundlagen für die Zukunft erhalten und diese Art zu leben eine Bereicherung sein kann. Richtschnur für Politik, Wirtschaft und für uns alle sollte die Aussage des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen sein: „Suffizienz ist für die Stabilisierung der Erde und für ein menschenwürdiges Leben aller in planetarischen Grenzen unerlässlich“.(vgl. „Suffizienz als Strategie des Genug“, März 2024)
Hermann Klepper, Banzau
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Hermann Klepper, 20
