Persön­liche Beiträge

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...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland

Nachhaltigkeit, Demokratie und Solidarität

Wir Menschen sind ein Teil der Natur und befinden uns mit ihr in einem engen Stoffwechsel. Alles was der Mensch plant und ausführt, geschieht im Rahmen der Natur. Ihre Fähigkeit, lebensnotwendige Rohstoffe wieder nachwachsen zu lassen und sich zu regenerieren, ermöglicht auch zukünftigen Generationen gut zu leben.


Nachhaltiges Wirtschaften zeichnet sich vor allem durch regionale Produktionskreisläufe, regionale Selbstversorgung durch erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe sowie ökologische Lebensmittel aus. Diese Art von Wirtschaften ermöglicht eine Autonomie, die es unnötig macht, andere Menschen und Länder auszubeuten oder gar Kriege um die immer knapper werdenden, nicht
erneuerbaren Ressourcen zu führen.


Dazu ist es notwendig, mit dem heute herrschenden Wachstumsglauben, der Beschleunigung von Menschen-, Waren-, und Kapitalströmen sowie der scheinbaren Logik der Konzentration zu brechen. Eine Wirtschaftspolitik, die auf Gewinnmaximierung und Wachstum ausgerichtet ist, und in der alles und jedes zur Ware verkommt, lässt sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit nicht vereinbaren.


So wie wir heute produzieren und leben, werden wir Luft, Wasser, und Boden so irreparabel schädigen, dass die nachfolgenden Generationen nur noch eine zerstörte Welt vorfinden werden; ohne ausreichende Nahrungsgrundlage und mit einem zerstörerischem Klima. Wir zerstören schon seit geraumer Zeit das Leben von Menschen, indem wir in Afrika, Asien und Südamerika die Bodenschätze ausbeuten und verbrannte oder verseuchte Erde hinterlassen.


Die gewohnte Art des Produzierens und Konsumierens erfordert billige und schnelle Transportwege und Verkehr. Wenn wir daran etwas ändern wollen – und nicht nur des Klimas wegen – dann heißt dies, dass die Preise den tatsächlichen gesellschaftlichen und ökologischen Kosten entsprechen müssen. Eine nachhaltige Art von Produktion und Konsum setzt auf regionale Wirtschaftskreisläufe und vermeidet so Verkehr. Nicht nur ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist notwendig, sondern auch ein Ende der Subventionierung des Kfz- und Luftverkehrs.


Eine solche nachhaltige Politik muss Einzelínteressen zurückdrängen und hat eine wahrhaftige demokratische Gesellschaft zur Voraussetzung, eine Gesellschaft in der Rechte und Pflichten gleichermaßen für alle Menschen ohne Unterschied gelten und alle Menschen gleichberechtigt mitentscheiden. Eine Politik der Nachhaltigkeit geht nur demokratisch. Dass Regierungen regieren ist ein Irrglaube. Sie nehmen allenfalls an der Macht der Wirtschaft teil. Gesetzentwürfe werden von deren Lobby geschrieben. Es hat nichts mit Demokratie zu tun, einer Partei, einem Politiker eine Stimme für vier oder fünf Jahre zu geben, einem Politiker, der oftmals längst gekauft ist oder gekauft werden wird von Interessenverbänden oder einer Partei, bei der Lobbyisten ein- und
ausgehen. Eine solche pseudodemokratische Gesellschaft wird vom Geld dieser großen
Interessengruppen gesteuert und ist zwangsläufig unsozial und unökologisch. Wer die Natur bedenkenlos für seinen Profit opfert, opfert ebenso bedenkenlos Menschen. Kriege, Hunger, Armut und Elend sind dann Kollateralschäden von Konzernstrategen. Wer Menschen in Verzweiflung und Armut treibt, erntet Krieg, und Krieg zerstört alles: Menschen, Gesellschaften, Natur, Ressourcen und Zukunft.


Eine Politik der Nachhaltigkeit und eine demokratische Politik ist zugleich eine solidarische Politik; und umgekehrt, das eine geht nicht ohne das andere.


Eine solidarische Ökonomie basiert auf der gleichberechtigten Teilhabe aller am Wirtschaftsprozess. Es geht also um eine Wirtschaftsform, deren Regulativ nicht der Profit ist, sondern Solidarität, Gerechtigkeit und der nachhaltige Umgang mit Energie und Ressourcen. Wasser, Boden und Luft sind keine Waren, sondern die natürliche Lebensgrundlage aller – und somit Allgemeineigentum. So können Selbstverwaltung und Demokratie zum bestimmenden Kern unserer Lebens- und Produktionsweise werden.


(Zusammengestellt aus einem Prospekt der Gruppe SÖS - „Stuttgart Ökologisch Sozial“, einem Personenbündnis im Stadtrat.)


Reinhard

Reinhard Rengel, 16.12.2020

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