Persönliche Beiträge

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Ein Recht auf Zukunft

Leserbrief

                                                 „Ein Recht auf Zukunft“

Betr

Urteil des Bundesverfassungsgerichts

zum Klimaschutzgesetz 2019

Der „Sachverständigenrat für Umweltfragen“ hat errechnet, wie viel CO2 Emissionen Deutschland  noch emittieren darf, damit 2050 eine Klimaneutralität erreicht werden kann. Das Bundesverfassungsgericht bemängelt, dass nach dem im Jahre 2019 beschlossenen Klimaschutzgesetz etwa 90% dieses Budget an C02 Emissionen schon bis 2030 verbraucht würden. Dadurch würde die junge Generation nach 2030 aufgrund der notwendigen drastischen Klimaschutzmaßnahmen in ihren Grundrechten zu stark eingeschränkt.

 In einem Leitartikel zum Karlsruher Urteil schreibt die Journalistin Kristina Dunz, wenn wir „in den nächsten zehn Jahren fast den gesamten Spielraum an CO2 Emissionen verbrauchen, um unseren Wohlstand ohne große Einschränkungen zu pflegen“ wird ab 2030 zum Erreichen einer Klimaneutralität im Jahre 2050 nur ein drastisches Lahmlegen der Wirtschaft mit weit reichendem Beschneiden der Grundrechte  möglich sein. Das jedoch, so vermutet sie, würden die Menschen nicht hinnehmen und der weitere Klimawandel würde in Kauf genommen (EJZ 30.4. 2021).

Und, so wichtig, sie weist darauf hin, dass wir mit unseren eigenen Verhaltensweisen sofort CO2 Emissionen einsparen können, und sagt hierzu.“ Das Sparpotential ist groß und wird dringend benötigt“.

 Das Karlsruher Urteil offenbart die Dramatik, in der wir uns befinden. Wir leben auf Kosten der Generationen, die nach 2030 leben, nehmen ihnen das Recht auf eine lebenswerte Zukunft. Und -  die Zeit läuft uns davon. Es müssen schnellstens radikale, grundlegende Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik erfolgen. 

Aber wir pflegen weiter unseren Wohlstand ohne große Einschränkungen, ändern unser Konsumverhalten nicht, halten weiterhin an dem fatalen Irrglauben fest, allein über Technik  das Klimaproblem lösen zu können.  Von Energie einsparen, von Reduzierung der CO2 Emissionen durch Einschränkungen im Lebensstil, wie es etwa der Weltklimabericht 2018 fordert, ist in Medien und Politik wenig zu hören.  Warum in aller Welt orientiert sich die Politik nicht an der Tatsache, dass in der Coronapandemie die CO2 Emissionen aufgrund der Einschränkungen drastisch zurück gegangen sind und dadurch das Klimaziel 2020 doch noch erreicht werden konnte?

 In  Anbetracht der Tatsachen, dass die kommenden zehn Jahre maßgeblich über die Zukunft der Menschen, die nach 2030 leben, entscheiden werden und dass jedes Zehntelgrad mehr an Erderwärmung dramatische Auswirkungen hat (vgl. Weltklimabericht 2018), muss die Politik den Menschen klar sagen und sie darauf vorbereiten, dass ein Klimaschutz, der kommenden Generationen ein Recht auf Zukunft wahren will, ohne spürbare Einschränkungen im Lebensstil  nicht möglich ist. Es wäre verantwortungslos, täte sie das nicht.

Hermann Klepper, Banzau

Tel. 05845/1249

Mai 2021

 

 

 

 

Hermann Klepper, 15.05.2021

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