Persönliche Beiträge
...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland
Ohne Konsumverzicht wird es keine Lösung geben
Leserbrief
. Ohne Konsumverzicht wird es keine Lösung geben
Betr.: Veranstaltung „Das Ende des Kapitalismus“
Bericht EJZ 1.12.23
Ich stimme Frau Herrmann zu, wenn sie im Zusammenhang mit ihrer Buchvorstellung „ Das Ende des Kapitalismus“ sagt, dass diese Wirtschaftsform Klima und Umwelt derart schädigt, dass „ die gesamte Menschheit existentiell gefährdet ist“ (EJZ 1.12.23). Ich stimme ihr zu, wenn sie sagt, dass „Grünes Wachstum“ nicht die Lösung ist. Denn es bedeutet, dass weiterhin die Grenzen unseres Planeten nicht respektiert werden, weiterhin der für das Wachstum notwendige Abbau von Rohstoffen Natur und Umwelt zerstört und eine ständig steigende Produktion von Gütern das Klima belastet. Ich stimme ihr zu, wenn sie fordert auf Autos und Flugreisen zu verzichten und uns damit die Dramatik des Klimawandels und die Notwendigkeit radikal zu handeln vor Augen führt. Ich stimme ihr zu, wenn sie für das Schrumpfen der Wirtschaft plädiert, vielleicht hin zu einem Lebensstandard von 1978, und in der Kreislaufwirtschaft einen Ausweg sieht (EJZ 1.12.23). Es kann dann aber nur eine Kreislaufwirtschaft (Recyceln) sein mit dem Vorzeichen Suffizienz (Genügsamkeit, Selbstbegrenzung). Eine Kreislaufwirtschaft ohne Suffizienz bedeutet weiterhin Verschwendung und eine nicht genutzte Möglichkeit CO-2 Emissionen zu mindern und Ressourcen zu schonen.
Konsumverzicht von jedem einzelnen, so Frau Herrmann, könne nicht die Lösung sein, um eine Klimakatastrophe noch abzuwenden. Hierdurch würde es zu einer schweren Wirtschaftskrise mit gesellschaftlichen Unruhen kommen und die Demokratie wäre gefährdet. Doch wenn wir überhaupt noch in den wenigen sieben Jahren bis 2030 eine Chance haben wollen, das Pariser 1,5 Grad Klimaziel zu erreichen und damit die Folgen einer Klimakatastrophe abzuschwächen, dann ist es vor allem der Weg radikaler Suffizienz im privaten Bereich sowie in der Wirtschaft. Und neueste grüne Technologien müssen diesen Weg unterstützen.
Dennoch ist die Befürchtung berechtigt. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist nicht bereit so zu leben, dass Ressourcen geschont und Energie eingespart werden. Es sind nur wenige Menschen, die einen Weg der Suffizienz bewusst gehen, sichtbar machen und sich einsetzen für eine „Kultur des Genug“ als alternative Lebensform zu einer „´Kultur` der Maßlosigkeit“.
Eine Regierung, die jetzt die Notwendigkeit aussprechen würde, Konsum zu reduzieren und sogar entsprechende Maßnahmen verordnete, würde in der Bevölkerung erheblichen Widerstand hervorrufen. Ein großer Teil der Bevölkerung wäre nicht bereit für das Gemeinwohl Einschränkungen hinzunehmen, weil die dramatischen Auswirkungen der Erderwärmung nicht ernst genommen oder verdrängt werden, obwohl die Wissenschaft immer wieder davor warnt. Vermutlich werden wir erst dann bereit sein, uns einzuschränken, wenn zunehmende Hitze und Dürre, ausfallende Ernten und Wassermangel uns dazu zwingen..
Hermann Klepper
Banzau, Tel.05845/1249
Hermann Klepper, 2017.12.23
