Persönliche Beiträge
...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland
Apokalypse kommt näher
Leserbrief
Text der Wachstumswende Wendland, vorgetragen anlässlich der Klimademonstration am Freitag, d. 15. September 2023, in Dannenberg
Liebe Freundinnen, liebe Freunde, liebe junge Menschen von Fridays for Future
Es ist acht Jahre her, da stellte der Klimawissenschaftler Prof. Schellnhuber in Hannover sein Buch „Selbstverbrennung“ vor.
Er wies auf die Gefahr hin, dass der Mensch aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels in den Ländern rund um das Mittelmeer in absehbarer Zeit nicht mehr wird leben können.
Diese Voraussage scheint nach wenigen Jahren Wahrheit zu werden:
Waldbrände historischen Ausmaßes in Griechenland, Spanien....... Rekordtemperaturen mit extremer Trockenheit in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal.......Temperaturen in Marokko mit über 50 Grad.
Katastrophale Waldbrände, weltweit, in Kalifornien oder Kanada......Extremer Starkregen mit Überschwemmungen und Bergrutschen in Slowenien, Österreich oder Norwegen,
Die globale Temperatur im Juli 2023, so hoch wie noch nie, Rekordwerte auch der Meerestemperatur.(EJZ 9. 8. 2023)
Doch wir missachten alle Warnsignale - wieder einmal ! Wir machen so weiter mit unserem unersättlichen Hunger nach mehr......halten an einem Lebensstil ohne Maß und einem ständigen Steigern unseres übersatten Wohlstands fest..... erhöhen damit ständig den Bedarf an Energie..... heizen so das Klima weiter auf ...... verhindern das Erreichen der Klimaziele..... übernutzen die Erde..... zerstören ganze Ökosysteme und ..... unsere eigenen Lebengrundlagen.
Mir fällt dabei die überlieferte Prophezeiung des Indianerhäuptlings Seattle ein, der 1855 in Anbetracht der Landnahme weißer Siedler sagte: „Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurück lassen als eine Wüste“
Doch wir tun alles, um unseren Lebensstil nicht ändern zu müssen, komme was da wolle, opfern selbst Naturschutzgebiete und landwirtschaftliche Flächen für die Errichtung von Solarflächen oder Windparks, beachten nicht Aussagen in den zurückliegenden Weltklimaberichten, in denen immer wieder auf die Bedeutung einfacherer Lebensstile für den Klimaschutz hingewiesen wurde. Im 6. Weltklimabericht, der im März 2023 vorgestellt wurde, heißt es: “ Es stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, um emissionsintensiven Konsum zu reduzieren, auch durch Verhaltens- und Lebensstiländerungen...“
Obwohl wir wissen, dass die wenigen Jahre bis 2030 entscheidend sind, gaukeln wir uns mit Klimaneutralität im Jahre 2045 eine Lösung vor......beruhigen uns mit Elektromobilität....... einem ständigem Ausbau erneuerbarer Energien.......grünem Wachstum......Technologieoffenheit .....
Eine fatale Selbsttäuschung, die uns davon wegführt Energie einzusparen und uns einfacheren Lebensstilen zu zuwenden und verfehlen erneut das im Klimagesetz fest gelegte Klimaziel........ so der aktuelle Bericht des Expertenrates der Bundesregierung für Klimafragen am 22. August 2023.
Dieser Expertenrat stellte auch im November 2022 einen Bericht vor mit einer in der Klimadiskussion zentralen Aussage:
Neue energieeffiziente Technologien mindern zwar Treibhausemissionen, aber dieser Effekt wird konterkariert durch Wirtschaftswachstum und Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger (EJZ 5.11.22).
Diese Aussage findet keine Beachtung.
Es ist zu befürchten, dass unsere Gesellschaft, die Politik und die Wirtschaft eher eine Klimakatastrophe in Kauf nehmen, als dass sie im Sinne von Suffizienz, Maßhalten und Selbstbeschränkung handeln, um so das 1,5° Klimaziel 2030 doch noch erreichen zu können.
Doch wir dürfen die Hoffnung auf positive Veränderungen nicht verlieren. Eine Aussage des Menschenrechtlers Vaclav Havel kann uns Mut machen. Er sagte.
“ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – egal wie es ausgeht“ (Aussage vielleicht wiederholen)
Hermann Klepper
Banzau – Tel. 05845/1249
Hermann Klepper, 2021.09 23
