Persön­liche Beiträge

Persön­liche Beiträge

...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland

Ohne Umsteuern...keine Chance!

Betr.: Klimawandel
Leserbrief, Elbe-Jeetzel Zeitung

Die Zeichen sind deutlich: Flutkatastrophen weltweit, Starkregen auch bei uns. Immer wieder in den Medien: Die Gletscher schmelzen schneller als angenommen. - Dabei stehen wir erst am Anfang einer Klimaveränderung.

Und laut Aussage des Umweltbundesamtes sind im Jahr 2016 in Deutschland die CO-2 Emissionen um 0,4 % gestiegen. Dabei sind nicht einmal die Emissionen berücksichtigt, die die deutsche Wirtschaft in aller Welt ausstößt. - Ursache für den Anstieg waren u.a. eine gute Konjunktur sowie der Verkehr, vor allem der Flug- und Transportverkehr. - Wir sind weit entfernt vom angestrebten Klimaziel!

Erneut ein Anstieg von CO-2 Emissionen, und das alles trotz Jahrzehnte langem Ausbaus erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz! Und wir machen so weiter: Mehr Flugverkehr, immer mehr und dickere Autos, Kreuzfahrtboom.. und...und...und.

Wir setzen weiterhin auf Technik, um dem Klimawandel zu begegnen. Die E- Automobilität soll es richten, die Verpressung von CO- 2 oder noch wahnwitziger das Installieren von riesigen Spiegeln in die Erdumlaufbahn um die Strahlung der Sonne zurück in den Weltraum zu reflektieren. Die Technik soll es richten – eine fatale Selbsttäuschung!

Alle Technik der Welt wird nichts nützen, wenn sie nicht einhergeht mit einer radikalen Wende hin zu Energie- und- Ressourcen schonenden Lebensstilen!

Schon in den 70-iger Jahren sind es namhafte Persönlichkeiten, die in Anbetracht der gesellschaftlichen Entwicklung eine neue Ethik in der Wirtschaft und im Umgang mit Ressourcen und der Natur fordern, wie etwa 1972 der Club of Rome ( Grenzen des Wachstums), der Humanist Ivan Illich oder der Theologe Albert Schweitzer.

. Der Psychoanalytiker Erich Fromm warnte schon im Jahre 1976 , dass eine Gesellschaft, die die Materie und die Wirtschaft in ihren Lebensmittelpunkt stellt und sich zu deren Dienern reduziert, zwangsläufig einer Katastrophe zusteuert.

Inzwischen sind 40 Jahre vergangen, der „Tanz um das goldene Kalb“ ist noch maßloser, noch heftiger geworden.

Alberto Acosta, ehemaliger Präsidentschaftskandidat von Ecuador und Verfechter des „ Buen Vivir“, einer Wirtschafts- und Lebensform der indigenen Völker Südamerikas, die im Einklang mit der Natur und den Menschen steht, bringt es auf den Punkt. Auf einer Klimakonferenz 2010 sagte er: „ Wenn wir mit dem ständigen Wachstum, mit einer unaufhörlichen Produktion materieller Güter so weiter machen, wird unser Planet kollabieren durch Auswirkungen der steigenden Erderwärmung, Naturzerstörung, Verlust der Biodiversität weltweit“.

Die „ Titanic“ nimmt noch mehr Fahrt auf, in Richtung Eisberg, in Richtung Katastrophe, gesteuert von den Parteien und ihren Lobbyisten, im Tunnelblick Wachstum und Machterhalt. Nicht im Ansatz die Ansage einer Kursänderung am Eisberg vorbei in Richtung des sich Besinnens auf einen maßvollen Umgang mit Energie und Ressourcen.- Denn das könnte Wählerstimmen kosten.

Hermann Klepper, Sep 2016

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