Persön­liche Beiträge

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...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland

Interview Generalanzeiger

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                                            Interview Generalanzeiger mit Hermann Klepper von der "Wachstumswende Wendland"

---  Wie ist die Initiative „Wachstumswende Wendland“ entstanden?

Der Beginn der Initiative liegt 10 Jahre zurück. Im  Jahre 2010 organisierten einige Mitglieder  der jetzigen Gruppe eine Diskussionsveranstaltung zur Postwachstumsökonomie mit der ehemaligen Vorsitzenden des BUND Frau Prof. Zahrndt in Lüchow.

Anliegen dieser Menschen war es auf die Auswirkungen von grenzenlosem Wachstums auf Klima und Natuzerstörung aufmerksam zu machen.

In den darauf folgenden Jahren fanden sich auch aufgrund von Veranstaltungen zur Wachstumsproblematik immer mehr Menschen zum Thema „ Grenzen des Wachstums“ zusammen.  Im Jahre 2015 wurde die „Wachstumswende Wendland“ gegründet.

-Was konnte bisher umgesetzt werden? Welche Projekte sind noch geplant?

In den vergangenen Jahren hat die Initiative mehrere gut besuchte Diskussionsveranstaltungen zur Wachstumsproblematik durchgeführt, mehrere Male mit dem bekannten Wachstumskritiker und Ökonomen Prof. Niko Paech. Eine beeindruckende Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der ANU und der BI-Umweltschutz  im Sommer 2018 im VERDO statt mit ca. 700 Besuchern/Innen zum Thema „BUEN VIVIR“. Referenten waren Niko Paech und Alberto Acosta, ehemaliger Energieminister von Ecuador und Verfechter des „BUEN VIVIR“, ( Gutes Leben), eines Lebens und Wirtschaftens, das u. a. im Einklang steht mit der Natur, das die ökologischen Grenzen dieses Planeten respektiert und die Lebensgrundlagen des Menschen erhält.

Jedes Jahr bieten wir Tauschmärkte an, führen Fahrradtouren und Winterwanderungen durch, die unter dem Motto stehen „ Bewegung, Natur, Gemeinschaft – statt Konsum“. Das wollen wir auch in Zukunft so beibehalten, genauso wie die Mahnwache „ Mahnen für das Klima“, die seit eineinhalb Jahren jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr auf dem Marktplatz Lüchow stattfindet.

Leider ist jetzt aufgrund der Coronapandemie schwierig, Diskussionsveranstaltungen mit namhaften Referenten zur Wachstumsproblematik zu planen. Für die Zukunft planen wir auch Veranstaltungen zu alternativen Wirtschaftsformen, die unsere Lebensgrundlagen erhalten können und nicht zerstören.

--- Was trägt die „ Wachstumswende Wendland“ zum Klimaschutz bei?

Unser Anliegen ist es, mit unseren Veranstaltungen auf die Bedeutung von Lebensformen eines „Weniger ist mehr“ im Sinne von „Suffizienz“ ( Maßhalten) mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Wir wollen Anregungen weiter  geben und aufnehmen über Möglichkeiten, das Klima zu schützen und Rohstoffe zu schonen, in den Bereichen Mobilität, Reisen, Ernährung oder Konsum materieller Güter.

Wir möchten mit Fahrradtouren oder Winterwanderungen, durch Bewegung in der Natur mit Gleichgesinnten wahrnehmen, wie wenig es braucht, um sich gut zu fühlen , und wollen damit einen  Kontrapunkt setzen gegen den Konsum.

Dabei ist uns bewusst, dass es nicht einfach ist und Zeit braucht, gewohnte Lebensstile zu verändern.

--- Wo sehen Sie die Initiative in 10 Jahren?

Die Erderwärmung wird immer spürbarer und die Ausbeutung von Rohstoffen zerstört zunehmend die Umwelt, auch das Sterben der Arten wird bedrohlicher. Dieses Geschehen wird unser Lebensgefühl auch in Lüchow/Dannenberg erreichen. Es kann gut sein, dass in Zukunft zunehmend Menschen sich gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen wehren und auch politisch aktiv werden, vielleicht sich auch einer Initiative wie der Wachstumswende anschließen, das wäre zu hoffen!

In jedem Fall wünsche ich mir, dass es auch in 10 Jahren eine aktive Initiative „Wachstumswende Wendland“ gibt.

--- An wen können sich Interessierte wenden, die die Initiative unterstützen möchten?

Die „ Wachstumswende Wendland“ hat eine Webseite, in der auch weitere Inhalte und Termine zu finden sind: www.wachstumswende-wendland.de 

Kontakt:

Hermann Klepper

Mitglied Wachstumswende Wendland

Tel.: 05845/1249

 

 

                             

 

 

 

 

 

 

                                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                 

 

 

 

Generalanzeiger, 31.10.2020

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