Persön­liche Beiträge

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...von einzelnen Mitgliedern der WachstumsWende Wendland

Drastische Veränderungen erforderlich

Betr. Bericht Weltklimarat
Leserbrief, Elbe-Jeetzel Zeitung

Aussage des Weltklimarates am 8. Oktober 2018: In den nächsten 12 Jahren bis 2030 entscheiden wir mit unserer Art zu leben über die Lebensbedingungen des Menschen auf dieser Erde. Viel Zeit ist nicht mehr. Schon jetzt hat uns die Klimakatastrophe erreicht. Schon jetzt sind Millionen Menschen auf der Flucht, weil ihre Lebensgrundlagen aufgrund der Erderwärmung zerstört worden sind.

Was tun? Drastisch runter mit den CO-2 Emissionen! Wo ansetzen? Dort wo das Klima angeheizt wird: Die Industrie mit der Produktion von Gütern, der Verkehr, Ernährung und   Landwirtschaft. Wegweisend: Im Krisenjahr 2009 sank das Wirtschaftswachstum um 5,1%, die Kohleverbrennung um 11%, die CO2 – Emissionen um 6,1%.

In Kommentaren im ZDF und der taz zum Klimabericht ist zu lesen: „ Nie da gewesene Veränderungen in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen“, „Massives Energiesparen, ein anderer Lebensstil jenseits von Steak und Billigflügen“ sind erforderlich.

Veränderungen in der Wirtschaft? Von Wirtschaft und Politik ist kein verantwortliches Handeln zu erwarten. „Der verheizte Planet – Wie die Gier nach Wachstum unser Klima zerstört“, so schon 2015 ein Leitartikel im SPIEGEL. Doch von keiner der politischen Parteien ist zu hören, dass sie die Wirtschaftsform des grenzenlosen Wirtschaftswachstums anzweifeln oder gar verändern wollen. Selbst angesichts der drohenden Klimakatastrophe wehren sich Politik und Autoindustrie gemeinsam gegen schärfere Abgasvorgaben der EU bei PKWs.

Wir sind es, die mit unserem Konsumverhalten, mit Selbstbegrenzung, Teil eines Ausstiegs aus Kohle und Öl sein können: Alle Produkte, die wir kaufen, haben einen „ökologischen Rucksack“. Darin steckt die verbrauchte Energie, die zur Herstellung des Produktes vom Abbau der Rohstoffe bis zur Fertigstellung notwendig gewesen ist, sowie die dadurch entstandenen CO2- Emissionen. Hinzu kommen erhebliche Emissionen durch den Transport der Güter und Rohstoffe mit LKW, auch mit Schiff und Flugzeug.

Der Kauf ökologischer Produkte, mit wenig Fleisch, ist Beitrag einer grundlegenden Umstellung auf eine das Klima schonende ökologische Landwirtschaft. Und jedes Kilo weniger Materie am Auto, jeder nicht gefahrene Kilometer damit, jeder vermiedene Flug oder Verzicht auf eine Kreuzfahrt belastet das Klima weniger.

Erneuerbare Energien? Es geht nicht ohne. Doch im Jahr 2017 drehten sich ca. 30 000 Windräder in der Republik, es gab ca. 9 300 Biogas- und Millionen m2 Fläche an Solaranlagen. Dennoch sind seit 2009 die CO2 - Emissionen insgesamt gestiegen. Erneuerbare Energien dürfen nicht verschwendet werden um das Wachstum anzuheizen, sondern müssen die zurückgefahrene Energie aus Kohle oder Öl konsequent ersetzen auf dem Weg hin zu einer auf Suffizienz ( Maßhalten...) ausgerichteten Wirtschaftsform.

Hermann Klepper, Okt 2018

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